Ratgeber zur Photovoltaik-Anlage

Ratgeber zur
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Photovoltaik-Anlage

Selbstläufer Solaranlage?

Mit dem Photovoltaik-Boom, Ende der 1980er Jahre, wurde die PV-Anlage verkauft als Rundum-Sorglos-Investition, die – ein mal installiert – jahrzehntelang unverwüstlich Sonnenstrahlen in Bargeld oder sogar in ein autarkes Energiehaus verwandeln sollte. Dieses gefährliche Halbwissen, kombiniert mit oft minderwertig verarbeiteten Produkten, führte schnell zu gravierenden Ertagseinbußen, bishin zu irreparabel verwahrlosten Anlagen.

Heute, 30 Jahre seit dem Debüt der PV-Anlage, ist Deutschland Technologieführer der Solarindustrie. Wertvolle Langzeiterkenntnisse, sowie die bewährte „made-in-Germany“ Qualität, versichern aufgeklärten Verbrauchern und Unternehmern rentable, aber auch realistische Prognosen. Denn die Photovoltaik-Anlage ist kein Perpetuum mobile, sondern ein komplexes, technisches Kraftwerk zur Stromerzeugung, das eben– wie jedes technische Gerät – nicht ganz ohne fachmännische Aufklärung, Pflege und Wartung auskommt.

Mindererträge von Photovoltaik-Anlagen

Faustregel: Eine Photovoltaik-Anlage ist nur so lange effizient, wie sie mindestens die prognostizierten Erträge erzielt. Durch verschiedenen Faktoren können diese Erträge empfindlich beeinflusst werden werden. Ertragseinbußen sind primär ärgerlich, sekundär können Folgeschäden den gesamten Investitionsplan konterkarieren. Denn bei der Vernachlässigung reparaturbedürftiger Anlagen, können sogar Bauteile wie z.B. der Wechselrichter zerstört werden. Die massiven Kosten werden im schlimmsten Fall nicht mehr von Ihrer Versicherungen gedeckt.

Gefahr erkannt, Gefahr gebannt.

Um Ertragsverluste und Folgeschäden abzuwenden, sollten Sie daher Ihre PV-Anlage in regelmäßigen Abständen präventiv von einem Fachbetrieb untersuchen zu lassen. Tipp: Hierbei können auch Installationsfehler und die Verarbeitung defekter Bauteile nachgewiesen werden, um ggf. Gewährleistungsansprüche gegenüber Ihres Installateurs geltend zu machen.

Reparatur

Sollte bei der Überprüfung ein Optimierungs- oder Reparaturbedarf festgestellt werden, haben Sie Fragen zur Erstellung und Notwendigkeit eines sachverständigen Gutachtens oder wünschen Sie sich eine Beratung hinsichtlich eines Wartungsplans und einer professionellen Photovoltaik-Anlagen-Reinigung, sprechen Sie uns gerne an. Wir beraten Sie ausgiebig und helfen bei Bedarf bei der Koordinierung mit unseren zuverlässigen Kooperationspartnern

Wartung

Viele Fehlerquellen, die zu Ertragseinbußen führen (oder führen werden), lassen sich durch die bloße Inaugenscheinnahme nicht ausfindig machen, entweder, weil Größe und Zugänglichkeit Ihrer Anlage das vollständige Überblicken nicht zulassen, oder weil die Störungsursache visuell nicht erkennbar ist. Oft trifft sogar beides zu.

Neben Verschattung, Schmutz und Bewuchs, können auch technische Defekte und Installationsfehler zu Ertragseinbußen führen. Um die Ursache der Leistungsminderung zu lokalisieren und zu benennen, bieten die beiden gängigen Verfahren „Kennlinienmessung“ und „Elektrolumineszenz“ zuverlässige Methoden zur Diagnostik. Beide Verfahren sind mit hohem Zeit- und Kostenaufwand verbunden und erfordern je nach Lage zuätzliche Sicherheits-Vorkehrungen.

kostengünstige, schnell und einfach:
Die PV-Anlagen-Inspektion mit der Kamera-Drohne.

Die hochauflösende Kamera nimmt zuverlässig jeden Winkel Ihrer Anlage auf, ohne hierbei den laufenden Betrieb zu stören. Offensichtliche Mängel wie Bewuchs, Verschmutzung oder oberflächliche Schäden, werden zuverlässig aufgespürt. Wärmebildkameras lokalisieren zusätzlich die nicht sichtbaren Mängel bis auf Zellebene. Anhand dieser Vorqualifizierung können gezielt Optimierungs- und Instandhaltungsmaßnahmen ausgesprochen werden.

Zehn Mal günstiger!
Bei einer PV-Anlage mit einer Leistung von 100 kWp kostet eine Überprüfung mit der Inspektions-Drohne gerade mal 980,00 € – 1240,00 €. Die konservative Überprüfung mit Hilfe des Elektrolumineszenz-Verfahrens übersteigt diese Kosten locker über das Zehnfache.

Pflege

Bis zu 20% Leistungseinbußen durch Verschmutzung
Tatsächlich erfüllen Nano-beschichtete Photovoltaik-Module bei einem Installationswinkel ab 10° eine selbstreinigende Funktion. Lose Ablagerungen werden so mit dem Regenguss an den Rand der Module gespült. Diese Eigenschaft erlaubt es, die Reinigungsintervalle Ihrer Anlage zu vergrößern. Mit der Zeit kann sich jedoch der gesammelte Dreck vom Modulrand nach oben hin aufbauen. Im schlimmsten Fall finden Moose und Flechten den Weg unter das Abdeckglas, wo es dem Material Mineralien entzieht und hierdurch das Modul irreparabel zerstört.

PV-Anlagen-Reinigung:
Um Ihre Anlage vor Beschädigungen zu schützen, ist daher die regelmäßige Reinigung mindestens an den Randprofilen unverzichtbar. Nicht zuletzt zu Ihrer eigenen Sicherheit sollten Sie hierzu unbedingt einen Fachbetrieb beauftragen. Die professionelle Reinigung einer technischen Anlage erfordert eine spezielle Ausrüstung und entsprechende Kenntnisse über die chemische und mechanische Beschaffenheit von Glas und Beschichtung.

Für eine optimale Wartungsabdeckung empfiehlt sich eine Überprüfung des Zustandes der PV-Anlage und eine Reinigung im Abstand von zwei bis drei Jahren. Bei Anlagen im Bereich der Landwirtschaft und im Bereich von Industriegebieten sogar jedes Jahr. Beim Verdacht auf Unwetterschäden, sollten Sie die Anlage auch im Akutfall inspizieren lassen.

Glossar
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Was ist ?

Solarkennlinienmessung

Solarkennlinien findet man auf den Datenblättern der PV-Module. Die Kennlinie bezeichnet die Kurve im Diagramm, das Spannungs- und Stromwerte zwischen „Leerlauf“ und „Kurzschluss“ abbildet. Sie bestimmt die Nenn-Leistung des Moduls, bzw. der Anlage.

Bei der Solarkennlinienmessung werden die Module auf Abweichungen bei der Kennlinie überprüft. Da die Nenn-Leistung der Anlage in einer genormten Testumgebung ermittelt wird, müssen die Umgebungsvariablen, wie Sonneneinstrahlung, Lichtspektrum und Temperatur, ebenfalls bei der Messung entnommen und übertragen werden. Im Idealfall gleicht dann die ermittelte Kennlinie der Kurve auf dem Datenblatt. Ist dies nicht der Fall, liegt eine Störung oder ein Defekt vor. Bestimmte, charakteristische Abweichungen der Kennlinie lassen sogar Rückschlüsse auf die Ursache des Leistungsverlustes zu. Verläuft sie z.B. in Stufen, können Moosbildung, partielle Verunreinigungen oder Zellbrüche vorliegen.

Die Kennlinienmessung ist ein anerkanntes und zuverlässiges Verfahren zum Nachweisen eines Leistungsverlustes und wird oft in Gutachten vor Gericht herangezogen.

Elektrolumineszenz-Verfahren:

Bei diesem Verfahren wird durch externe Stromzufuhr die Stromrichtung der Solarzelle umgekehrt. Auf diese Spannung folgt eine Abstrahlungsreaktion. Intakte Bereiche strahlen stärker als beschädigte. Da diese Strahlung aber für das menschliche Auge nicht sichtbar ist, kommt hier die Elektrolumineszenz-Kamera und eine spezielle Bildbearbeitungssoftware zum Einsatz. Das Ergebnis ist vergleichbar mit einer Röntgenbildaufnahme und gibt zuverlässig Aufschluss über Art und Umfang der Beschädigung. So können z.B. Fehler in den Randisolierungen und sogar versteckte Unwetterschäden, wie feinste Haarrisse der Siliziumwafer, aufgespürt werden, welche sich unbemerkt zu gravierenden Spätfolgen entwickeln können.

Das Elektrolumineszenz-Verfahren erfordert ein umfangreiches Equipment und ist sehr (Zeit-)aufwendig, kompliziert und teuer. Daher kommt es in der Regel nur bei begründetem Verdacht zum Einsatz und erfordert die vorherige Absprache mit der Versicherung bzw. dem Gutachter.